Café Dialog LehrerInnen
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Am 3. November 2010 fand die zweite Veranstaltung im Rahmen des Café Dialog statt. Die Zielgruppe waren diesmal Lehrer und Lehrerinnen aus Österreich und Südmähren. Ein passender Ort wurde wieder nahe der Grenze gefunden, in Mikulov.
Von der österreichischen Seite kam Jürgen Pany, Vorsitzender der Lehrergewerkschaften aus Niederösterreich, der Direktor der IBHS Poysdorf Reinhart Neumayer und Marta Těšíková, Lehrerin an der HLW Mistelbach. Aus Brünn in Tschechien kam eine Gruppe sympathischer Lehrerinnen mit dem Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften in Südmähren, Petr Holánek.
Nach einer Vorstellungsrunde, bei der alle TeilnehmerInnen etwas über Ihre berufliche Tätigkeit erzählten und welche Themen sie am meisten interessieren würden, wurde das Projekt ZUWINS von der tschechischen Koordinatorin Lucie Kratochvílová vorgestellt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Lenka Pozníková, Koordinatorin für Niederösterreich.
Es gab viele gemeinsame Themen - von den Problemen des Schulalltags, über alternative Unterrichtsmethoden, Probleme der Spezialpädagogik bis zu rein gewerkschaftlichen Problematiken.
Petr Holánek berichtete über aktuelle Probleme im tschechischen Schulwesen, worüber die österreichischen KollegInnen überrascht waren. Auch wenn es Parallelen zum österreichischen System gibt, so sind LehrereInnen finanziell in Österreich doch deutlich besser gestellt. Interessant fanden die österreichischen KollegInnen auch Berichte über die langjährigen und erfolglosen Versuche, eine staatliche Matura in Tschechien einzuführen oder über den Zugang der Schulleitung zu den LehrerInnen, vor allem solchen, die sich bei Gewerkschaften engagieren.
Jürgen Pany sprach über Unterschiede bei Kollektivvertragsverhandlungen in beiden Ländern. Während in der Tschechischen Republik auf Schulebene verhandelt wird, geschieht dies in Österreich auf Staats- oder Bundesebene. Herr Neumayer erklärte die Situation und die Kompetenzen von PersonalvertreterInnen an den Schulen. Beide Seiten stimmten der Feststellung zu, dass das Bild der Gewerkschaften in beiden Ländern extrem unterschiedlich ist. In der Tschechischen Republik werden die Gewerkschaften in der breiten Öffentlichkeit immer noch mit ROH (revolutionäre Gewerkschaftsbewegung) und dem totalitären Regime in Verbindung gebracht...
Weiters wurden die Themen Sonderschulen, Ausstattung der Klassen, Lehrpläne an den Schulen, Regelung der Pausen sowie die manchmal etwas schwierige Zusammenarbeit mit Eltern besprochen.
Das Zeitlimit für dieses Treffen war leider viel zu kurz und man konnte sehen, dass es noch viele gemeinsame Themen gäbe.
Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen fanden das Treffen sehr angenehm und nützlich und verkündeten ihr Interesse an weiterer Mitarbeit und Zusammentreffen.