Bewegung der Arbeitskräfte in den Grenzregionen
![]()

28. September 2011
Tagung "Bewegung der Arbeitskräfte in den Grenzregionen - Pohyb pracovních sil v příhraničních oblastech"
Aufgrund der Gespräche welche im Rahmen der Tagung "Bewegung der Arbeitskräfte in den Grenzregionen - Pohyb pracovních sil v příhraničních oblastech" stattfanden, kann man zusammenfassend von folgenden Aspekten sprechen.
Grenzregion aus österreichischer Sicht : Thema Beschäftigungssicherheit
Betroffen von der Grenzliberalisierung zeigt sich gegenwärtig der flankierende Sicherheitsrahmen des Kollektivvertrages, welcher zwar von den Gewerkschaften eingefordert wird, aber durch Prekariat und "Schwarzbeschäftigung" zunehmend torpediert wird.
Der "neue" Arbeitnehmer ist auch bereit für geringeren Lohn - durch das noch immer präsente Preisgefälle zwischen Tschechien und Österreich, für ein für ihn trotzdem noch lukrative Arbeitgeberangebot - zu arbeiten. Um den kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen auszuweichen sind also beide Teile (Arbeitgeber-Arbeitnehmer) bereit "Schwarzbeschäftigung" zu akzeptieren.
Grenzregion aus tschechischer Sicht : Thema Beschäftigungssicherheit
Durch "arbeitstechnische Abwanderung" von vor allem jüngeren Arbeitskräften entgeht dem tschechischen Staat eine gewisse Steuerleistung, da der Vorteil von "lokalen billigeren Arbeitskräften" für eine Betriebsansiedlung von Produktionsbetrieben wegfällt. Dadurch stehen nun vermehrt ältere Arbeitnehmer vor dem Dilemma, ständig höheren Anforderungen bei gleich tiefem Lohnniveau entsprechen zu müssen.
Die sich parallel entwickelnde Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse belastet zusätzlich die lokale Budgetsituation, da die Arbeitnehmer trotzdem in Zeiten der "Nichtbeschäftigung" versorgt werden müssen.
Schlussendlich ist für Gewerkschaftsorganisationen auf tschechischer Seite noch immer der Nimbus der "vor 1989" Generation anhaftend, der Zugang zu großen Gruppen von Menschen ist dadurch erschwert.
Zusammenfassung :
Gerade weil sich auf den unteren Einkommensbahnen viele permanent auf der Suche nach neuen Aufträgen, Einkommensquellen befinden, sind in der Regel auch die Betroffenen nur allzu bereit, sich gegenseitig - oft um jeden Preis - die knappen Ressourcen streitig zu machen.
Für die Gewerkschaftsbewegungen beider Staaten ist der Erhalt von Arbeits-Rechten zur Zeit wieder schwieriger geworden, da die prekären Arbeitnehmer untereinander sorgsam darauf achten sich mit ihren direkten Konkurrenten, die Ähnliches bieten, nicht zu stark zu solidarisieren.