Europabetriebsrat

Europabetriebsrat der Firma Engel
 
Am 1.3.2011 trafen sich in St. Valentin die Betriebsräte der Firma Engel, um über die Gründung eines Europabetriebsrates zu diskutieren.

Es war das erste gemeinsame Treffen der tschechischen und österreichischen KollegInnen, obwohl es die tschechische Tochterfirma schon seit zwei Jahren gibt.
Beim Vorstellen der Betriebe wurden die Unterschiede in beiden Ländern stark sichtbar. In erster Linie fiel das unterschiedliche Lohnniveau auf, das in Tschechien ca. 60 Prozent des österreichischen Durchschnittslohnes in dieser Branche beträgt, aber auch verschiedene Arbeitszeitmodelle, Arbeitszeitdatenbanken, Prämiensystem usw.

Ein großes Problem stellt in den drei österreichischen Betrieben die hohe Zahl an LeiharbeiterInnen dar. Diese relativ neue Form der Beschäftigung gibt es in Tschechien eher weniger. Die Betriebsräte beider Länder haben sehr rege die Probleme der Produktion, Erzeugung und Lieferung diskutiert. Ein großes Thema war die Kommunikation zwischen den Betrieben über die Grenze hinweg, aber  auch in den Betrieben selbst.

Zum Thema Europabetriebsrat erläuterte Kollege Peter Schissler, Sekretär PRO-GE, die Möglichkeit einen EBR zu gründen. Sind in mindestens zwei EU-Ländern mehr als 1.000 ArbeitnehmerInnen angestellt, können diese schriftlich eine Anforderung an die Konzernleitung schicken, um eine Gründung eines EBR zu fordern. Die Tätigkeit des EBR besteht unter anderem darin, dass sich die VertreterInnen der ArbeitnehmerInnen und Geschäftsleitung mindestens einmal pro Jahr  treffen und gemeinsam diskutieren.
Es gibt derzeit 900 EuropabetriebsrätInnen für 15 Millionen ArbeitnehmerInnen.
Die tschechischen und österreichischen Betriebsräte haben beschlossen, einen EBR zu gründen.

Es war ein Tag voller Emotion zwischen den Menschen. Gemeinsam ist es gelungen, wieder einen Schritt aufeinander zu zugehen.