Fachgespräch LehrerInnen am 27. 1. 2011 in Dalešice CZ
![]()
Am 27.1.2011 trafen sich in Dalešice FachlehrerInnen von österreichischen Berufsschulen mit den LehrernInnen von Haupt-, Mittel- und Hochschulen aus dem Brünner Bezirk, um über die Unterschiede in der Ausbildung in beiden Ländern zu Diskutieren.
In Österreich gibt es zurzeit 4900 FachlehrerInnen, welche unterrichten und ca. 8600 die sich im Studium befinden. Sie haben meist einen Dienstvertrag mit dem Bundesland. Eine Voraussetzung um ein/e FachlehrerIn zu sein ist eine abgeschlossene Matura und 3 Jahre Berufspraxis. Meisterprüfungen sind von Vorteil. Dann folgt ein Bachelor Studium, welches 6 Semester dauert. Die ersten 2 Semester laufen dual mit dem Unterrichten in der Schule, wobei die Kurse an der Hochschule via Fernstudium absolviert werden, das dritte und vierte Semester werden an einer Hochschule absolviert und das fünfte und sechste Semester werden wieder als Fernstudium absolviert, erläuterten die österreichischen FachlehrerInnen.
Das Wort für die tschechische Seite hatte Kollege Petr Holánek übernommen, welcher der Vorsitzende der Gewerkschaft der LehrerInnen in Südmähren ist. Die Länge der allgemeinen Schulpflicht ist in der Tschechischen Republik gesetzlich geregelt. Die BürgerInnen haben das Recht auf kostenlose Bildung in den Haupt- und Mittelschulen und bei entsprechender Befähigung auf den Hochschulen. Für Kinder bis 3 Jahre werden Kinderkrippen angeboten, diese sind allerdings nicht Teil des Schulsystems, sondern unterliegen dem Gesundheitsministerium. Im tschechischen Bildungssystem gibt es vier Schulstufen: Der Kindergarten wird meist ab 3 Jahren in Anspruch genommen. Für die 6 bis 15 Jährigen besteht dann die Schulpflicht. Sie besuchen die zweistufige Hauptschule. Die Mittelschule bietet allgemeine und fachliche Bildung und soll auf den Besuch der Hochschule vorbereiten. Die Hochschulen sind die höchsten wissenschaftlich und künstlerisch ausbildenden Institutionen.
Finanziert wird das Bildungssystem in Tschechien hauptsächlich aus öffentlichen Mitteln. Zusätzliche Mittel stellen die Betreiber der Schulen, wie Gemeinde oder Kreis aus eigenem Budget zur Verfügung. Andere Schulen können unter bestimmten gesetzlichen Auflagen eingerichtet werden, diese Schulen können auch kostenpflichtig sein.
Nach den beiden Vorträgen wurde noch rege diskutiert über die Probleme in beiden Ländern, nicht nur im Schulwesen sondern auch auf der Politischen Ebene.